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Auf E-Mission in Norwegen

Während andere gemütlich den Jahreswechsel feiern, kämpft sich LADE-Gründer Dennis Schulmeyer mit seinem Team-Kollegen Manuel mit einem E-Auto durch einen Schneesturm. Warum, erzählt er hier. 

Wir wollten Winter, und jetzt haben wir ihn, mehr als wir erwartet haben. Die norwegische Hauptstadt begrüßt uns mit einem waschechten Schneesturm. Und mehr als 2.000 Kilometer liegen noch vor uns, die wir auf dem Weg ans Nordkap mit einem E-Auto zurücklegen wollen. 

Aiways U5 auf schneebedeckter Straße
Der Aiways U5 brachte LADE-Gründer Dennis Schulmeyer sicher ans Nordkap.

Wir sind eins von knapp 20 Teams bei der eNordkapp-Challenge. Mit möglichst vielen verschiedenen Fahrzeugmodellen wollen wir gemeinsam zeigen, dass E-Mobilität auch unter extremen Bedingungen funktioniert und außergewöhnliche Reisen ermöglicht. 

Die Reise an den nördlichsten Punkt Europas, der über Straßen erreichbar ist, mache ich aber nicht nur wegen der Aussicht auf Nordlichter, wildlebende Elche und traumhafte Winterlandschaften.  

Norwegen gilt als Pionierland der E-Mobilität. Zwei Drittel der Neuzulassungen sind rein elektrische Fahrzeuge, pro Kopf gibt es rund viermal so viele Ladepunkte wie in Deutschland. Als leidenschaftlicher E-Mobilist und Entwickler von Ladepunkten möchte ich wissen: Ist Norwegen das Lade-Paradies, das ich mir vorstelle? Und können wir für unsere eigenen Produkte dazu lernen? 

LADE-Gründer Dennis Schulmeyer mit dem Aiways U5
Wenn man knapp eine Woche keinen einzigen Sonnenstrahl sieht, sind solche Momente besonders wertvoll.

Denn eine Sache wird schnell klar: Die E-Autos selbst schaffen solche Touren inzwischen problemlos. Die Bedingungen sind eine wirkliche Herausforderung, vom Schneesturm mit Eisregen bis zu zweistelligen Minusgraden ist alles mit dabei, aber die Fahrzeuge halten durch. Das gilt auch für den Aiways U5, der Manuel und mich sicher und wohlbehalten in den Norden bringt. 

Doch die Realität der Ladeinfrastruktur überrascht uns. Selbst in Norwegen ist sie noch längst nicht dort, wo sie sein könnte. 

Dass es auf dem Papier viel mehr Ladepunkte gibt, fällt in der Realität kaum auf, vor allem außerhalb der Städte. Insbesondere das sogenannte Destination Charging ist kaum vorhanden. Denn für eine erfolgreiche Verkehrswende brauchen wir in meinen Augen eine flächendeckende Versorgung mit Normal- bzw. AC-Ladepunkten, die überall stehen, wo auch Autos längere Zeit stehen.

LADEsäule am Nordkap
Zumindest für einige Minuten stand unsere LADEsäule schon mal am Nordkap.

Zum Beispiel im Hotel das Fahrzeug über Nacht laden. Mein Traum: Bei der Ankunft das Fahrzeug einstecken und den Strom zusammen mit der Zimmerrechnung begleichen. Doch in keiner einzigen Unterkunft wird uns eine solche Möglichkeit angeboten. 

In der Not bastelte ich aus einem einzelnen Ladepunkt mehrere CEE- und Schukosteckdosen, um zwischendurch mehrere Fahrzeuge gleichzeitig zu laden. So konnte ich den anderen Teams zumindest im Kleinen zeigen, was wir im Großen vorhaben

Auch anderswo ist das Thema Abrechnung leider nicht zufriedenstellend gelöst. Fast zehn verschiedene Apps sind nötig, um an den verschiedenen Stationen laden zu können. Der Tiefpunkt ist erreicht, als ich bei Eiseskälte mit Handschuhen die zwölfstellige Kreditkartennummer samt Sicherheitscode in eine norwegische App ohne Übersetzung eingeben muss, während ich eigentlich so schnell wie möglich zur Toilette möchte. In diesem Bereich gibt es definitiv noch viel zu tun. 

Trotz alldem war diese Reise ein ganz besonderes Erlebnis – und der Beweis, dass mit E-Mobilität schon heute viel mehr möglich ist, als manche glauben wollen. Vor allem weiß ich jetzt: Wir sind mit LADE auf dem richtigen Weg. Laden kann und muss noch viel, viel einfacher werden, digitaler, vernetzter. Umso größer ist meine Motivation, diese Idee real werden zu lassen. 

eNordkapp-Challenge Kollage 1