13. April 2021

8 Punkte auf die Sie beim Ladesäulen-Vergleich achten sollten

Wägen Sie ab, auf was Sie beim Vergleich von Ladesäulen achten wollen.

Sie möchten in Ihrem Unternehmen Ladeinfrastruktur aufbauen? Ihre Mitarbeiter möchten ihr Auto am Arbeitsplatz laden? Sie stellen ihre Flotte auf E-Autos um? Achten Sie beim Vergleich von Ladesäulen auf folgende Punkte.

Die Auswahl an Ladelösungen ist groß und schnell verliert man den Überblick. Hier erfahren Sie, worauf Sie beim Kauf einer Ladesäule achten sollten und wie Sie unnötigen Aufwand vermeiden.

1. Ladesäule oder Wallbox?

Ladesäulen stehen meist im öffentlichen oder halb-öffentlichen Bereich und sind in der Regel mit sehr robusten Gehäusen ausgestattet. Damit sind sie wetterfest und besser gegen äußere Einflüsse und auch Vandalismus geschützt. Wallboxen werden an der Wand befestigt und sind für den privaten oder halb-öffentlichen Gebrauch geeignet.

2. Installationskosten

Die Kosten für die Installation einer Ladestation schwanken extrem und sind von unterschiedlichen Faktoren abhängig: 

  • Ist eine Erweiterung des Netzanschlusses notwendig? 
  • Muss der Fachmann einen Stromanschluss legen?  
  • Ist hierfür ein Mauerbruch oder eine Grabung erforderlich? 
  • Wird ein Stromzähler benötigt? 
  • Können Sie Teile der Installation selber vornehmen? 

Es empfiehlt sich, einen Kostenvoranschlag beim Fachmann einzuholen.

Möchten Sie zu einem späteren Zeitpunkt weitere Ladesäulen installieren, variieren die Kosten stark. Wenn Sie die installierte Versorgungsleitung für weitere Ladesäulen nutzen, senkt das die Kosten. Ansonsten sind weitere Grabungen erforderlich. Einige Systeme ermöglichen es, weitere Säulen an ein einziges Stromkabel anzuschließen. Die Skalierbarkeit unter den Anbietern schwankt stark. Es lohnt sich, darauf zu achten, dass an die bestehende Ladestation im Nachhinein weitere Säulen angeschlossen werden können.

3. Wartungskosten von Ladesäulen

Wartungsarbeiten sind notwendig, wenn die Ladesäule gewerblich oder im Unternehmen genutzt wird. Im privaten Bereich fallen unter Umständen Reparaturkosten an.

Eine Remote-Wartung kostet deutlich weniger, als wenn der Fachmann das Gerät für die Reparatur auseinander bauen muss. Achten Sie bei der Anschaffung daher auf ein Produkt mit ausreichend Sensorik und der Möglichkeit eines automatisierten Fehlermanagements.

4. Vergleich Lastmanagement
 

Laden mehrere Autos zeitgleich am selben Netzzugang eines Gebäudes, kann es zu Lastspitzen kommen. Um dies zu vermeiden und die zur Verfügung stehende Energie möglichst optimal zu nutzen, benötigen Sie ein Lastmanagement-System 

Beim statischen Lastmanagement wird eine fixe Gesamtleistung gleichmäßig auf die Säulen verteilt.  

Beim dynamischen Lastmanagement ermittelt eine ausgereifte Softwaresteuerung den Leistungsbedarf aller Verbraucher. Die übrige verfügbare Leistung wird entsprechend angepasst und effizient auf alle Ladestationen verteilt. Damit kann die zur Verfügung stehende Energie optimal genutzt werden, abhängig vom aktuellen Gesamt-Stromverbrauch.  

Wenn mehrere Autos zeitgleich auf derselben Phase laden, kommt es zu einer sogenannten Schieflast. Ein Schieflastmanagement verhindert die unsymmetrische Belastung der LeitungenEinigen Anbietern bereitet das jedoch noch Probleme. 

Optimal ist ein Lastmanagementsystemdas den Stromverbrauch nicht nur situativ sondern auch antizipativ ermittelt: Während am Vormittag der Himmel noch bedeckt ist, soll es am Nachmittag sonnig werden. Dank einer PV-Anlage steht zu späterer Stunde damit mehr Strom zur Verfügung. Bei der Priorisierung der Ladeverteilung auf die einzelnen Fahrzeuge wird dies berücksichtigt.  

Die Kür des Lastmanagements stellt eine optimale Einbindung der Nutzerbedürfnisse dar. Eine kluge Ladelösung ist in der Lage, das Nutzerbedürfnis über ein Interface wie Smartphone oder Smartwatch, abzufragen. Somit kann der Faktor Zeit optimal genutzt werden. Der Ladende muss sich keine Gedanken machen, was im Hintergrund passiert. 

5.  Vergleich Ladesäulen-Anschluss

Wallboxen und Ladesäulen sind entweder mit einer Ladebuchse oder einem Ladekabel ausgestattet. Passen Sie die Ausstattung Ihren Bedürfnissen an: Ein integriertes Ladekabel erspart Ihnen Aufwand: Sie müssen nicht für jeden Ladevorgang Ihr Ladekabel aus dem Kofferraum holen. So wird es nicht nass und ist vor Verschmutzung geschützt.

6. Integrationsmöglichkeit erneuerbarer Energien für Ladesäulen

Sie haben eine PV-Anlage, BHKW, Brennstoffzelle oder Windgenerator installiert?  

Achten Sie auf jeden Fall darauf, dass Ihre Ladesäule über eine Steuerung zum Energiemanagement verfügt. Laden Sie ungenutzten Strom lieber in das Auto als ihn in das Netz einzuspeisen. Denken Sie generell über die Installation einer Solaranlage und den Verkauf von eigenerzeugtem Strom über die Ladesäule nach. Die Amortisationszeit einer PV-Anlage ist wesentlich kürzer in Verbindung mit intelligenter Ladestation. Optimalerweise ist die Steuerung der Überschussladung direkt im Ladepunkt integriert. Dann muss man sich nicht mit teurer Zusatzhardware und komplizierten Schnittstellen auseinandersetzen. Richtig sinnvoll wird die Kombination aus Ladeinfrastruktur und PV Anlage, wenn Sie die selbst erzeugte Energie direkt weiterverkaufen können.

Zusätzlich gibt es Fördermöglichkeiten für PV-Anlagen zum Beispiel von der kfw.

7. Vernetzung von Ladesäulen

Manche Ladelösungen vernetzen die Einheiten. Hierbei gibt es eine intelligente Säule, die Leadersäulewelche die anderen Säulen (Follower) steuert. Von Vorteil ist, wenn die Säulen mit einem Internetportal kommunizieren. Dann ist die Wartung einfacher und günstiger. Idealerweise ist die Leaderfunktion redundant verfügbar.Wenn der Leader ausfällt, übernimmt eine der anderen Säulen die Aufgabe, ohne dass Sie alle Ladestationen vom Betrieb nehmen müssen. Gerade im gewerblichen Bereich sollten sie auf eine hohe Verfügbarkeit der Ladefunktion achten. Ihre Kunden oder Mitarbeiter werden es Ihnen danken.

8. Stromabrechnung 

Prüfen Sie für gewerblich genutzte Ladeinfrastruktur, ob eine eichrechtskonforme Stromabrechnung erforderlich ist. Ladestrom muss, vergleichbar zu fossilen Treibstoffen, gegenüber dem Fiskus sehr genau abgerechnet und gebucht werden. Hierr sollte die Ladelösung auf jeden Fall einen MID geeichten Zähler verbaut haben. Achten Sie zusätzlich darauf, dass eine passende Abrechnungsplattform zur Verfügung steht. Diese unterscheidet zwischen Firmen– oder Flottenfahrzeugen und Privatfahrzeugen.
Prüfen Sie auch für privat installierte Wallboxen oder Ladesäulen die Notwendigkeit eines MID geeichten ZählersWer künftig den Ladestrom eines Firmenwagens steuerlich geltend machen und gleichzeitig die Ladestation für die Familie nutzen möchte, wird eichrechtskonformes Abrechnen benötigen.

Fazit

Klären Sie wichtige Fragen, bevor Sie eine Ladesäule kaufen: 

  • Benötigen Sie das All-Inclusive-Paket oder reicht eine Wallbox? 
  • Möchten Sie die Ladeinfrastruktur in der Zukunft erweitern? 
  • Möchten Sie Strom aus der Solaranlage nutzen? 

Tipp: Egal ob Ladesäulen, Wallboxen oder beides – mit der LADE-Systemlösung decken Sie alle genannten Anforderungen ab und sind für zukünftige Anforderungen bestens gerüstet. Denn das integrierte LADE-System ist Modular aufgebaut, sodass auch künftige Entwicklungen wie z.B. V2G oder V2H kostengünstig nachgerüstet werden können. 

 

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